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Fabje rennt nach New York

Dienstag, 27. Dezember 2011 | Keine Kommentare | Kategorie: Wettkämpfe

Auf ihrem (unserem) Weg zum New York City Marathon im November 2012 hat Fabiola jetzt den nächsten Meilenstein geschafft. In Spijkenisse hat sie am 18. Dezember ihren ersten Halbmarathon gefinished. Und das Ganze unter nicht ganz einfachen Bedingungen, milde ausgedrückt. Auf ihrem Blog hat sie ausführlich darüber berichtet. Da aber nicht jeder holländisch versteht ; – ) habe ich ihren Bericht jetzt mal übersetzt:

Die Tatsache, dass ich am Sonntag, den 18. Dezember meinen ersten Halbmarathon laufen wollte, hatte ich geheim gehalten. Nicht weil es ein Geheimnis war, sondern weil ich selber sehr unsicher war ob alles klappen würde. Es war vorher schon einmal ein Termin ausgesucht worden …. der Halbmarathon in Eindhoven, aber ich war krank und konnte nicht starten. Die letzten Monate ging es mir, vorsichtig ausgedrückt, nicht besonders gut. Das bedeutete weniger Training, kleinere Abstände, bewusst  ruhiger und langsamer, und dabei froh sein, dass ich überhaupt noch etwas tun konnte und durfte. Für mein Selbstbewusstsein als Läuferin auf dem Weg nach New York waren diese letzten Wochen eher kontraproduktiv. Ich sah die schönen Ziele aus meinen Händen entgleiten und der nächste Schritt, der nächste Meilenstein schien immer weiter und weiter entfernt. Aber mein Coach und Mann glaubte weiter an mich. Als ich am Samstag Abend schon ein wenig nervös wurde, sagte G. “Wir werden morgen einfach einen schönen Ausdauerlauf machen, so wie wir es am Wochenende oft machen” O.K., das klang gut. Das konnte ich auf jeden Fall.
Bei der Ankunft war es zwar kalt aber insgesamt hatten wir eigentlich noch schönes Wetter. Wie froh war ich über meine Handschuhe, die ich einen Tag vorher von G. bekommen hatte. Sie waren kein überflüssiger Luxus, wie sich herausstellen sollte.

Bevor es endlich losging, noch schnell eine Banane …


… und Gefummel mit meiner Startnummer (man achte vor allem auf die Füße ; – ) )

Auf den Startschuß wartend standen wir auf der schönen Bahn von Spark und freuten uns über den zarten Sonnenschein.  Ich sagte zu G. “Wenn es so bleibt können wir froh sein”. Hinter uns schüttelte ein Herr lächelnd mit dem Kopf, hatte er doch den Regenradar verfolgt und gesehen, dass da noch was im Anzug war.

Irgendwo zwischen km 3 und 4 war es dann soweit. Pechschwarzer Himmel, Donner und Blitze, ganz nah, und Hagel, sehr sehr viel Hagel und ein harter Wind, der mir beinah vollständig die Sicht nahm. Ich orientierte mich nur noch an G.’s Schuhen, bestimmt 20 Minuten lang. Ohne mit ihm zu reden und ohne ihn anzuschauen wusste ich, dass mein Begleiter dachte: “Gleich hört sie auf. Noch einen Moment und sie gibt auf”. Aber ich hielt durch. Nach einer Zeit wurde es trocken, wieder etwas später kam die Sonne zum Vorschein und wir bekamen ein herrliches Laufwetter. Und jetzt begann dann auch endlich unser gemeinsamer Ausdauerlauf, unser Wochenendlauf! Genuss pur.
Nur das letzte Stück tat weh, aber dann auch wirklich weh. Mit einer Engelsgeduld redete mich mein coach die letzten 2 km in Richtung Ziel. “Du kannst es. Ich weiß, dass Du es kannst”. Dann, der unbezahlbare Moment, noch eine halbe Runde im Stadion, noch ein kleiner Sprint und dann über die Ziellinie in 02:24:32. Es ist keine schnelle Zeit aber es ist meine Zeit. Ich habe hart dafür kämpfen müssen aber ich habe es geschafft, der nächste Meilenstein ist erreicht.

“Deinen ersten Halbmarathon wirst Du nie vergessen” schrieb Tiny und ich weiß dass er Recht hat.

Léonie van den Haak @fabjerennt TRALALALALA *trots op jou*

Mein besonderer Dank geht natürlich an Günter und Jo, Danke coaches!!!

Soweit Fabiola’s Blogbericht über den Halbmarathon in Spijkenisse. Ich kann nur meinen Hut ziehen und freue mich auf die nächsten Wochenendläufe. Fabje, das hast Du super gemacht!!! Respekt!

Ihren Blog, nicht nur zum Thema Laufen, findet ihr unter www.fabjerennt.nl

Jetzt geht’s los

Samstag, 15. Oktober 2011 | 5 Kommentare | Kategorie: Allgemein

Mitte Oktober und meine vorläufige Saisonplanung für 2012 steht. Mann, so früh war ich noch nie dran.

Aber dieses Jahr war/ist ja auch ein besonderes Jahr. Nach meinem ersten Ironman im Juli war irgendwie komplett die Luft raus. Im August nochmal ein kurzes Aufflackern bei der Volksdistanz in Kamperland mit der ersten Treppchen-Platzierung meines Lebens (3.Platz AK 50), aber danach stellte sich eine “Leere” ein, die ich so nicht erwartet hatte. Ich habe weiter trainiert, aber nicht wirklich ernsthaft. Mein Trainer sah es gelassen. Wenn man jahrelang auf einen Ironman hin arbeitet, ihn dann tatsächlich schafft, darf man danach auch in ein Loch fallen. Total normal, so seine Aussage. Die Motivation, die Lust auf den Wiedereinstieg und die Suche nach neuen Zielen kommt von selbst zurück.

Und genau so ist es. Ich weiß nicht, was es letztlich ausgelöst hat. Sicher waren die Läufe mit Fabiola und der permanent vorhandene Einfluss von Joachim maßgeblich beteiligt. Aber auch der Berlin-Marathon im TV,  die Berichte andere Läufer/Triathleten im Netz, wie z.B. der Bericht von John, oder der (fast)Sub3-Marathon von RunningRonald in Eindhoven oder, oder, oder..

Auf jeden Fall bin ich wieder da und kann es kaum noch abwarten. Ich habe Lust auf 2012. Letztes Wochenende habe ich bei einem Lauf mit Fabiola die Saison offiziell für eröffnet erklärt. Es kann losgehen. Das Motivationsloch ist gestopft und ich freue mich auf eine tolles Jahr 2012 mit vielen Höhepunkten und einem absolutem Top-Event.

Beim Triathlon stehen sicher die Halbdistanz in Stein und der Ironman 70.3 in Antwerpen (nach 2009 zum zweiten Mal) im Vordergrund. Daneben stehen aber auch Starts in Geel, Vlissingen, Kamperland und evtl. Spijkenisse auf meinem Wunschzettel. Und bei fast allen Starts ist auch der Coach mit von der Partie.

Nach einem intensivem Winterprogramm mit u.a. einer 15km Serie in Bergen op Zoom steht aber für mich als erste Herausforderung im April der Marathon in Utrecht auf dem Plan. Auch wenn ich das jetzt eigentlich noch nicht verraten sollte, will ich dort die 03:45 knacken. Schaun wer mal.

Tja, und im November dann New York. Fabiola und ich fliegen in die USA und starten gemeinsam beim ING New York City Marathon. Die Gänsehaut kommt schon beim Schreiben, wie wird das erst vor Ort sein? Fabiola und ich im Central Park. #yeah

Der Ironman ist Geschichte, das Motivationsloch ist gestopft.
Der Triathlet wird im Winter gemacht.

Jetzt geht’s los.

Häng den Haile ab

Montag, 26. September 2011 | 2 Kommentare | Kategorie: Allgemein

Ein Gewinnspiel der etwas anderen Art. Das Internetportal www.mygoal.de fordert seine Leser/Follower/Facebooker auf, Haile abzuhängen.
Auch wenn das am Sonntag schon einer geschafft hat, wird die Aufgabe trotzdem nicht leichter. Wie kann den unsereiner wohl den Haile abhängen?

Mathias von myGoal.de weist ausdrücklich auf die “speziellen” Regeln hin:

Finde einen Weg, den Marathon-Weltrekordinhaber (2:03:59 h / 2008 in Berlin) hinter dir zu lassen – wenigstens für ein paar Meter – und bring uns den Beweis! Blogge das bombastische Ergebnis auf deiner Webseite, dokumentiere deine Fabelzeit bei YouTube, speichere unglaubliche GPS-Trainingsprotokolle im Internet, schicke überwältigende Zielfotos via Twitter, schreibe Freunden bei Facebook, wie du es geschafft hast, Haile Gebreselassies Lauftempo zu toppen. Und das Wichtigste: Lass uns wissen, dass du mitgemacht hast!

Und das Wichtigste, die Frage ob der Schnellste gewinnt.
Nein, der Schnellste ist am Ende ja doch (fast) immer der Haile.

O.K., ihr wollt Haile abhängen? Dann kommt hier meine ultimative Möglichkeit für Alle:

Brooks organisiert in Zusammenarbeit mit myGoal.de
den 1. Häng den Haile ab – Lauf

Termin 30.10.2011 (Die Nacht der Zeitumstellung)

Start: 02:00 Uhr

Nach einer Stunde und 1 Sekunde wird das Rennen beendet und jeder Teilnehmer hat dann eine gewisse Strecke z.B. 10 km in nur einer Sekunde gelaufen, von 02:00 Uhr bis 02:00:01 Uhr

Jeder Teilnehmer erhält später eine Urkunde über seine “in einer Sekunde” gelaufenen Kilometer. Es gibt sogar eine Rangliste, da ja jeder unterschiedlich weit kommt ; – )

Somit hat jeder Teilnehmer Haile abgehängt

  • Für Brooks eine Möglichkeit die Wintertauglichkeit ihrer Produkte unter Beweis zu stellen
  • Für MyGoal.de die Möglichkeit die Wintertauglichkeit von Mathias unter Beweis zu stellen.
  • Und für uns alle die Möglichkeit, Haile abzuhängen.

Jetzt sind Brooks und myGoal.de am Zug. Macht was draus ; – )

Aktive Regeneration (2)

Mittwoch, 17. August 2011 | 2 Kommentare | Kategorie: Allgemein

“Opgepast, Achtung, bukken maar !! ”

Heute noch aktivere Regeneration:
Laufen, Boot fahren (bukken maar), Essen, Trinken, das volle Programm.
Abends Pizza bei Gaetano.

Aktive Regeneration (1)

Dienstag, 16. August 2011 | Keine Kommentare | Kategorie: Allgemein

Wer das ganze Jahr hart trainiert, hat auch mal eine Auszeit verdient.
Christine zu Besuch im schönen Zeeland.

Aktive Regeneration mal anders!!

(Fotos von Fabje)

Müde

Dienstag, 26. Juli 2011 | 4 Kommentare | Kategorie: Allgemein

Ich hätte nie gedacht, dass ein Wettkampf noch so lange nachwirken kann.
Genau das macht er aber. Zum Guten und auch zum Schlechten : – (

Ich schwebe immer noch auf der Triathletenwolke 7 und geniesse die Ruhe nach dem Sturm. Der Wettkampf und alles drumherum (besonders die Plakataktion) war super, aber was mindestens genauso toll war, sind die Reaktionen darauf, die vielen Kommentare im Blog, sms, tweets, Anrufe und, und, und.. Einfach klasse. Am Samstag gab’s ein “Ironmanfinishgrillen” mit Nachbarn. Auf den Grill kam aber Gott sei Dank nicht der Ironman sondern Steaks und Würstchen ; – )

Aber irgendwann muß das ja auch mal zu Ende sein. Es war ja schliesslich auch nur ein Triathlon. Jetzt müßte es eigentlich wieder mit dem Training weitergehen. In 2 Wochen starte ich in Kamperland und im September in Knokke. Aber ich bin müde. Irgendwie komme ich nicht richtig in Gang. Bei der ersten Laufeinheit mit Fabiola lautete ihr Kommentar anschliessend: “De ironman is een beetje moe”. Und Recht hatte sie. 3 oder 4 Tage später ne lockere Radtour mit meinem Bruder. Und anschliessend wieder müde. Am vergangenen Donnerstag Radtreff mit Christine, Beate und Marion. Abends: Na was wohl? Genau. Müde!!

Junge, junge. Was jetzt? Heute Abend gehe ich zum Lauftreff und auch der Coach hat sich angesagt. Das wird also keine Spielerei. Mal sehen, was passiert.

Ironman

Montag, 11. Juli 2011 | 13 Kommentare | Kategorie: Wettkämpfe

Ich bin ein Ironman. Eigentlich könnte dieser Blog jetzt schon aufhören. Mit diesen vier Worten ist alles gesagt. Für diese vier Worte habe ich trainiert, gefiebert, gelitten. Und jetzt ist es geschafft.

Am vergangenen Mittwoch fuhren Joachim und ich nach Stühlingen-Lausheim in den Schwarzwald. Das ist nur ca. 70 km von Zürich entfernt aber auch 70 % günstiger. Wer die Schweizer Preise kennt, versteht uns. Dort hatten wir eine Bleibe im Gasthof Kranz. Bleibe ist etwas untertrieben. Es war eine wirklich sehr schöne Ferienwohnung. Wer also mal in der Nähe was sucht, absolut zu empfehlen. Donnerstag gab es dann eine lockere Radrunde und anschliessend die Besichtigung des Rheinfalls in Schaffhausen. Bekannt und berühmt, aber ich war tatsächlich noch nie da, also wie es sich für anständige Touristen gehört, mit dem Boot übergesetzt, das Museum besucht und entspannt.

Am Freitag ging es dann endlich nach Zürich um die Startunterlagen abzuholen. Die Vorbereitungen für das Wettkampfwochenende waren schon in vollem Gange und die Triathlonmesse war auch schon offen. Hier entschied Joachim, dass ich noch eine zweite Schwimmbrille kaufen solle. Nur für den Notfall. So eine Brille kann auch schon mal reissen. Ist mir noch nie passiert. Aber wenn der Coach das sagt, na gut. Brille gekauft. Um 13:00 Uhr fand die Wettkampfbesprechung statt. Auch eine Gelegenheit Claus mit Familie zu treffen. Claus macht jetzt schon seinen vierten Ironman und sagte gleich zu Anfang einen guten Spruch: “Ich habe einen großen Vorteil Dir gegenüber. Ich weiß was mich erwartet. Und ich habe einen großen Nachteil Dir gegenüber. Ich weiß was mich erwartet”.

Wir hielten uns nicht lange auf, checkten kurz die Location, wie man so schön sagt, und machten uns wieder auf den Weg nach Lausheim. Samstag morgen dann wieder nach Zürich. Für die Nacht von Samstag auf Sonntag hatten wir noch ein Zimmer im IBIS in Zürich gebucht, man gönnt sich ja sonst nichts. Joachim’s Wettkampf, er startet bei der neuen 5150 Serie (Olympische Distanz) war um 12:00 Uhr. Sein Rad musste aber bis 10:00 eingecheckt sein. Also waren wir früh am Wettkampfgelände und dann wurde ich des Feldes verwiesen. Bekam quasi die rote Karte. Aufenthaltsverbot für die Landiwiese. Da ich am Samstag erst um 18:30 Uhr mein Rad einchecken konnte, war Joachim das zu lange. Die Sonne schien, der Tag wird lang und ich laufe dann immer zwischen Radstrecke und Laufstrecke hin und her. Das gefiel ihm nicht. Also ab in’s Hotel. Füsse hoch, ein Schläfchen, Tour de France gucken, einfach nur klimatisiert relaxen. Wider Willen tat ich das dann auch, einem Trainer widerspricht man nicht, und konnte somit Joachim’s Rennen nicht Live verfolgen. Es lief super bei ihm und am Ende stand Rang 3 in seiner Altersklasse in der Ergebnisliste.

Wie abgesprochen kam ich dann abends zurück zur Landiwiese und mein Rad und ich trennten uns dort. Während ich zurück in’s Hotel fuhr, blieb mein Bike in der Wechselzone zurück. Immerhin schön eingepackt und nicht alleine. Ca. 2000 Räder hatten die Nacht für sich allein und auch Gesellschaft nötig. In der Nacht gab es nämlich nochmal richtig Regen mit Gewitter.

Sonntag morgen geht dann um 04:20 der Wecker. Nach meinem speziellen Wettkampffrühstück (Köllns Schmelzflocken mit Sojamilch und Honig) fahren wir zur Landiwiese. Dem Rad war nichts passiert und ich beginne meine Sachen zu ordnen. Am Freitag hatte ich bereits alles in verschiedene Beutel verpackt und somit war alles gut organisiert. Trotzdem noch tausend Mal geprüft. Habe ich alles? Liegen die Schuhe richtig? Was ist mit den Socken? Wo ist meine Schwimmbrille? Irgendwann signalisiert Joachim von der Seite, dass es langsam Zeit wird zum Schwimmstart zu gehen. Also los. Kurz vorher noch den Schwimmbeutel abgeben und dann stehe ich am Strand des Zürichsee. Gänsehaut. Angst? Nein. Nervosität? Ja. Wie oft vor Wettkämpfen denke ich: Was machst du hier? Bist du bescheuert? Oder größenwahnsinnig? Aber auch das geht wieder vorbei. Noch 15 Minuten bis zum Start. Am Strand stehen ca. 2000 Athleten. Wahnsinn. Ich ziehe meine Badekappe über und dann die Schwimmbrille. Peng!! Gerissen. Waaaas??? Das ist mir ja noch nie passiert. Kurze Panik. Noch 12 Minuten bis zum Start. Wo steht Joachim? Ah ja, linke Seite am Steg. Ich geh rüber und zeige ihm das Elend. Er lächelt und reicht mir die Reservebrille. Tja…

06:55 Uhr. Start der Profis. Nur noch 5 Minuten für uns. Dann die Durchsage 2 Minuten bis zum Start. Dann 1 Minute. Und “Peng”, los gehts. Schwimmen ist meine Angstdisziplin und ich kann wirklich immer noch nicht vernünftig kraulen. Aber meine letzten beiden Testwettkämpfe und einige Extraeinheiten im Vrijburgbad in Vlissingen zeigen Wirkung. Es macht sogar richtig Spaß. Ich fühle mich gut, das Geprügel hält sich in Grenzen und ich schwimme einfach. Meine Taktik heißt ja “step by step” Und daran halte ich mich auch. Erstmal eine Runde schwimmen und dann nach einem kurzen Landgang einfach nochmal ne Runde schwimmen. Kein Problem. Und es ist tatsächlich kein Problem. Nach einer für mich fantastischen Schwimmzeit von 01:32 laufe ich bereits wieder in die Wechselzone.

Jetzt Ruhe bewahren. Auch das hatte ich mir vorher vorgenommen. Die Wechsel ruhig und locker gestalten. Keine Panik. In Ruhe umziehen und rauf aufs Rad. Die 180 km Rad machen mir am wenigsten Sorge. In 6 Stunden will ich zurück sein. In der ersten von zwei Runden lerne ich die Strecke kennen. Es geht zuerst 30 km flach am Zürichsee entlang. Dann kommt die erste Steigung, aber auch die ist gut zu bewältigen. Bei km 50 gehts dann wieder hoch, diesmal schon etwas knackiger, aber auch noch locker zu schaffen. Dann gehts irgendwann an einer Bahnlinie entlang nochmal hoch. Die Steigung habe ich etwas unterschätzt und fahre auf dem dicken Blatt hoch, aber sie will irgendwie nicht aufhören. Egal, drüber und fertig. Dann gehts wieder runter zum Zürichsee, an der Wechselzone vorbei und zum Heartbreak Hill. Das ist wirklich klasse. Ein Gefühl wir am Alpe d’Huez bei der Tour. Die Zuschauer stehen an der Steigung und lassen nur eine schmale Gasse für die Athleten. Geil!!! Aber insgesamt ist die Steigung doch eher kurz. Dann gehts in die zweite Runde. Ein Blick auf meinen Tacho sagt mir dass ich einen Schnitt von 30,5 km/h gefahren bin. Eigentlich genau wir geplant. Trotzdem habe ich etwas Angst. Bei KM 71 habe ich Claus überholt, der natürlich schneller geschwommen war. Bin ich zu schnell? Ich drossele das Tempo etwas und fahre vor allen Dingen in den Steigungen etwas langsamer. Nach 06:19 Std. rolle ich in die Wechselzone. Oh, so langsam wollte ich die zweite Runde dann doch nicht fahren. Egal. Es geht mir gut. Schwimmen erledigt. Radfahren erledigt. Jetzt laufen.

Joachim steht an der Wechselzone. Begrüßt mich, beruhigt mich, lobt mich. Alles gut, alles prima. Jetzt schön locker loslaufen und vor allen Dingen Augen offen halten. Ich denke hää? Augen offen halten? Was führt er da schon wieder im Schild? Aber was soll’s. Ich muss los. Umziehen und raus auf die Laufstrecke. Oh Mann, tut das weh. Irgendwie von Anfang an. An einer Hauswand sehe ich ein Poster. Irgendeine Triathlon-Veranstaltung oder sowas. Der Typ auf dem Poster sieht aus wie Dirk. Ich komme näher und sehe dass es tatsächlich Dirk ist. Und zum Bild der Spruch: “Wir sind stolz auf Dich. Du schaffst das” Hey, wie geil ist das denn? Wahnsinn, ich lächele und laufe weiter durch eine Unterführung. Oben drüber sehe ich Fabiola, die “Hup,Hup” ruft. Noch ein Bild. Ja gibts das denn. Und so geht es immer weiter. Ich kann nicht mehr und sehe wieder ein Bild, diesmal von Marion: “Günter, mit Dir haben wir es geschafft, jetzt schaffst Du es mit uns. Gib alles” Und ich gebe alles. An manchen Bildern laufe ich in der ersten Runde vorbei. Tunnelblick. Joachim, der wie immer überall ist, gibt keine Ruhe. “Sie sind alle hier. Du musst sie nur finden”. Also weiter in die zweite Runde. Ach ja, und während der ganzen Zeit regnet es in Strömen. Nachdem ich vom Rad gestiegen war, gings los. Blitz, Donner und Regen. Aber was soll’s. Ich muss Bilder suchen. Da, wieder eins. Christine: “Was ich kann, kannst du doppelt. Venga,venga, venga!” In der dritten Runde hört der Regen auf und die Sonne kommt durch. Ich laufe, obwohl ich lieber liegen würde, ich trinke, ich esse und ich suche Bilder. Und dann Laurenz: “Was machen Sie hier?” Hammer, wieder ein echter Laurenz und ich denke, ja verdammt, was mache ich hier? Bin ich bescheuert? Und es gibt nur eine Antwort. Ja! Am nächsten Baum lacht mich Ilona an: “Ich bin bei Dir. Der Schmerz vergeht, der Stolz bleibt”. Und als dann am nächsten Gitter nochmal Fabiola auftaucht: “Ich laufe mit Dir”, da weiss ich: Hier kannst du heute nicht aufgeben. Keine Chance. Venga, venga, venga. Und wieder ein Bild. Ganz Zürich hängt voll. Thomas: “…mit Deinem Willen, Deiner Kraft, Deiner Energie, Deinem Körper und Deinem Kopf …schaffst Du es!” Mann, der merkt sich aber auch alles. Jedes Bild hilft, jedes Bild gibt neue Kraft. Jetzt die Ahlborns. Mit “Irongünter, fit4iron, Günter get’s iron und Just do it” schieben mich Annette, Klaus und Hendrik nochmal an. In der letzten Runde sehe ich Isa: “Umdrehen lohnt nicht. Ist weiter” und Monika: “Los Günter. Du kriegst das hin!! Es ist nicht mehr weit. Lauf!”. Und recht haben sie. Weiter, immer weiter. Aber es tut weh. Ich sehe Leute mit Krämpfen, Leute die am Rand sitzen, die sich gegen Bänke lehnen, die humpeln. Und ich bin glücklich und dankbar, dass ich weiter kann. Die Oberschenkel sind kurzfristig anderer Meinung aber ich kann sie überzeugen. Stellt euch nicht so an, ich lauf auch etwas langsamer. O.K., so gehts, kein Problem. Jetzt gehts eigentlich nur noch um den Kopf. Der ganze Körper sagt schon seit 2 Stunden, dass es jetzt aber langsam mal genug wäre. Aber der Chef ist immer noch der Kopf und der sagt: Weiter!! Dann Susanne und Barbara am Strassenrand: “Bist Du der Prinz unserer Träume?” Hey, das war der Spruch vom Bonn-Triathlon. Und dann nochmal Fabiola: “Lächeln und fröhlich sein” Und ich lächele und bin fröhlich. Ich habe wirklich das Gefühl, dass alle an der Strecke stehen. Fabiola, die beste Ehefrau von allen, Dirk, Christine, Laurenz, Klaus, Annette, Hendrik, Isa, Susanne, Barbara, Marion, Ilona, Monika und Thomas. DANKE !!!!!

Und Joachim immer mitten drin. Mann, ohne Dich wäre ich nie hier. Da fehlen mir sowieso die Worte. Du weisst das!

Ich bin in der vierten Runde. Ich habe ein blaues Bändchen. Ich darf ins Ziel einlaufen. Und nach 12 Stunden 45 Minuten und 1 Sekunde mache ich das auch.

ICH BIN EIN IRONMAN!!!!

Unglaublich. Die Gefühle kann man kaum beschreiben. Na ja, eigentlich doch. Es ist fast wie nach jedem Wettkampf. Die meisten haben das schon mitgemacht. Es ist das was uns antreibt. Der Kick, das Erfolgserlebnis, die Freude über das Erreichte, die Erleichterung dass es vorbei ist und das Gefühl, dass man etwas ganz Besonderes geleistet hat. Im Moment des Finish unterscheidet es sich nicht vom Finish bei einer Volksdistanz oder Kurzdistanz. Die Wichtigkeit des Wettkampfs macht, glaube ich, den Unterschied. Die erste Volksdistanz, der erste Bonn-Triathlon, der erste Ironman. Das sind Momente, die man nicht vergisst.

Und dann, etwas später, denkt man auch nochmal über die Länge des Wettkampfs nach. 3,8 km schwimmen, 180 km radfahren und 42,2 km laufen. Das ist schon geil. Und dann lächelt man in sich hinein und ist verdammt stolz auf sich selbst.

Ten yards to go

Donnerstag, 30. Juni 2011 | 1 Kommentar | Kategorie: Allgemein

Früher hab ich mir gerne American Football angesehen. Die NFL und der Superbowl gehörten eine Zeit lang zum Pflichtprogramm. Und als die NFL dann Anfang der 90er mit der World League den Football nach Europa zu bringen versuchte, war ich als Zuschauer dabei. Im Frankfurter Waldstadion haben Fabiola und ich tolle Spiele der Frankfurt Galaxy gegen die Dragons aus Barcelona oder Orlando Thunder vor manchmal 40.000 Zuschauern gesehen. Das Ganze hat sich dann aber so nicht durchgesetzt, ist später nochmal als NFL Europe in Erscheinung getreten und irgendwann ganz verschwunden.

Aber warum erzähl ich das überhaupt? (Fast) jeder Spielzug beginnt eigentlich damit, dass man vier Versuche hat 10 yards zu überbrücken. Also: Ten yards to go. Hat man das geschafft hat man wieder einen ersten Versuch, einen First Down für weitere 10 yards.

Irgendwie fiel mir genau das heute ein. Noch ten days to go. Noch 10 Tage bis zu meinem First Down, zu meinem ersten Versuch. Und dann gilt es nicht 10 yards zu schaffen sondern 226 km. Und als wäre das nicht schon schwer genug, musste ich auch unbedingt am letzten Samstag beim Triathlon in Oud Gastel ziemlich unkonventionell vom Rad absteigen. In einer Rechtskurve rutscht mir das Hinterrad weg und das Rennen war zu Ende. Jede Menge Schürfwunden und andere schöne Sachen waren das Ergebnis. Auch das Rad hat einiges abbekommen aber die Profis von Sport Fahrrad Hübel kriegen das schon wieder hin.

10 Tage Zeit für das Rad, 10 Tage Zeit für mein Knie, 10 Tage Zeit für meinen Coach mich zu beruhigen, 10 Tage Zeit für Fabiola sich auf die Zeit nach dem Ironman zu freuen, 10 Tage Zeit für die genaue “Wettkampfernährungsplanung”, 10 Tage Zeit für alles mögliche.

Mark Allison, der gerade 3100 Meilen durch die USA läuft, hat auf Twitter in einem seiner Tweets folgendes geschrieben:

“Think not about the finish line, nor the glory nor the accolades. Think only about taking the next step to those ends”.

So werde ich es machen. Wie sagte Christian zu Christine: ”Es ist auch nur ein Triathlon. Erst schwimmst du, dann fährst du Rad, danach noch Laufen und dann ist es auch schon vorbei.”

Genau, step by step.

Noch 10 Tage und dann: First down and 226 to go

Noch 20

Montag, 20. Juni 2011 | 2 Kommentare | Kategorie: Allgemein, Wettkämpfe

Das war eine (Tor)tour. Die Sauerlandtour des PSV war wieder mal eine echte Herausforderung. Der Name “Sauerlandtour” hat übrigens nichts mit dem Ort des Geschehens zu tun, sondern ist in der Tradition begründet. Dieses Jahr machten wir den Taunus unsicher. Das Höhenprofil versprach einiges und es sollte sogar noch härter werden. 500 km und gefühlte 50000 Höhenmeter später beendeten wir die Sache in einem unwahrscheinlichen Unwetter, nachdem wir 490 km Traumwetter hatten.

Nach der Tour eine kurze Verschnaufpause und dann begannen die Probeveranstaltungen des Bonn-Triathlon. Schwimmen (im Rhein), Radfahren im Siebengebirge und Laufen an der Rheinpromenade. All das wollen die Teilnehmer gerne vorher mal ausprobieren. Dann der Wettkampf. Für uns als Veranstalter ist dieses Wochenende anstrengender als jeder Triathlon. Aber auch das ging vorbei und das Training konnte wieder losgehen. Jetzt will ich mir den letzten Schliff für Zürich holen.

Am Samstag ging es dann gemeinsam mit Fabiola zum PZC Familieloop in Vlissingen. Es war die vierte Ausgabe und ich habe bis jetzt jeden mitgemacht. Also auch diesmal. Unterwegs treffen wir auf @birdblok und @viaroof , die ein schönes “Synchronlauf-Foto” von uns machen.

Der extrem starke Wind bremste uns allerdings mächtig aus. Trotzdem lief Fabiola eine tolle Zeit. Was sie in der letzten Zeit für Fortschritte macht, ist schon klasse. So langsam muss ich mir Sorgen machen ; – )

Sonntag stand dann der Zandvoortriathlon auf dem Programm. 10:30 Uhr traf ich mich mit meinem Coach bei der Startnummernausgabe in Zandvoort. Wegen der hohen Wellen in der Nordsee und des stürmischen Wetters wurde der Triathlon allerdings in einen Duathlon umgewandelt. Wie schade ; – ) Es lief super. Der Coach wurde dritter seiner AK und ich immerhin 10 in meiner AK. Die Laufstrecke war allerdings etwas holprig , dafür die Radstrecke natürlich der Knaller. 9 Runden über die Rennstrecke in Zandvoort. 40 km in Aero-Position, junge, junge… Im Ziel gab es dann einen Becher Wasser als Zielverpflegung. Na ja, es war halt nicht der Bonn-Triathlon.

Das war aber alles Nebensache. Die Form ist gut. Laufen ging nach der Tempo-Radstrecke auch gut, ich kann sehr zufrieden sein. Ein zweiter Leistungsdiagnostik-Test in der letzten Woche bei Britta Künzel bestätigte das Ganze. Hier ein kurzer Auszug:

Lieber Günter,
du hast deinen Re-Test mit einem ganz hervorragenden Ergebnis absolviert und dem Start beim IRONMAN ZÜRICH steht aus Sicht der Leistungsdiagnostik.de nichts im Wege. Letztendlich entscheidet aber im Wettkampf der Kopf und du solltest ganz bewusst mehr mentales Training in den Tagesablauf bzw. Training einbauen.

Genau, und damit sind wir auch schon wieder bei der mentalen Stärke. In meinem letzten Blog sprach ich von Zweifeln die es auszuräumen gilt. Und genau dafür war der Wettkampf in Zandvoort das Richtige. Ich fühle mich stark und gerüstet. Eigentlich kann ich es überhaupt nicht mehr abwarten. Aber nur die Ruhe ….

Noch 20 Tage. Just do it !

40 Tage

Dienstag, 31. Mai 2011 | 2 Kommentare | Kategorie: Wettkämpfe

Nachdem ich im April beim Powerman in Horst a.d. Maas gestartet bin, ging es am vergangenen Sonntag in Oostkerke/Belgien beim ersten Triathlon der Saison gleich richtig zur Sache. Erst zwei Tage vorher war mir aufgefallen, dass es dort eine Windschattenfreigabe gibt. Na ja, dachte ich noch, das wird was werden. Mein erster Triathlon ohne Windschattenverbot. Das Wichtigste zuerst: Ich lebe noch. Auf der nicht ganz 40 km langen Strecke mußten 5 Runden um den Ort gefahren werden. Immer volle Pulle, die ersten 2 Runden in einer Gruppe, die auf Teufel komm raus, Gas gab. Ich fuhr am Anschlag und musste die Truppe dann auch fahren lassen. Dann hing sich ein Mitstarter an mein Hinterrad und wir fuhren die nächsten 3 Runden zusammen, immer schön an der Spitze abwechselnd. Aber dadurch halt auch weiter Vollgas. Immer nur eine kurze Erholung am Hinterrad und dann wieder nach vorne. Da der Kollege eine Welle nach mir gestartet war, verabschiedete ich mich nach meiner letzten Runde. Ich sah ihm an, dass er jetzt lieber auch in die Wechselzone abgebogen wäre. Statt dessen musste er noch eine Runde dranhängen.
Aber als das Laufen für mich dann begann, merkte ich, dass ich wohl alle meine Körner irgendwo da draussen auf der Radstrecke verbraucht hatte. Nur 10,5 km Laufen. Das durfte doch kein Problem sein, oder doch? Die erste von drei Runden “kroch” ich über die Strecke, in der zweiten Runde gings dann schon besser und die dritte Runde lief ganz gut. Insgesamt war ich aber mit der Laufzeit nicht zufrieden. Aber wieder was gelernt. Wer sich auf der Radstrecke komplett abschiesst, kann auf der Laufstrecke nicht mehr viel erwarten. Ist ja auch logisch.

Jetzt geht es im Sauseschritt weiter. Eine PSV-Tour, zwei Volksläufe und 3 Triathlons trennen mich jetzt noch von meinem ersten Ironman. Das sind noch 40 Tage volles Programm, 40 Tage Vorfreude aber auch 40 Tage voller Zweifel.

Aber diese Zweifel gilt es auszuräumen und das gelingt mir auch. Wenn ich sehe wie sich Fabiola für ihr Ziel reinhängt, wie seriös  Christine und Dirk  trainieren und wie sich die fit4bonn-Truppe auf den Bonn-Triathlon vorbereitet, dann weiß ich: Ausdauer ist wichtig, Schnelligkeit ist wichtig, aber mentale Stärke ist das A und O.

40 Tage noch.  Just do it !


Nächster Wettkampf: 31.12.2011