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Grenzen

Dienstag, 3. August 2010 | 5 Kommentare | Kategorie: Wettkämpfe

Der Sportler sucht seine Grenzen, er geht über seine Grenze hinaus, er hat seine Grenze erreicht, der Wettkampf war grenzwertig …..
Immer wieder liest man solche oder ähnliche Sätze. Und immer überlege ich, was ist eigentlich die Grenze? Oder besser gesagt, wo liegt sie? Und kann man tatsächlich über sie hinausgehen? Oder ist einfach irgendwann Schluss?

Am Sonntag habe ich sie kennengelernt. Eigentlich war ich auf diese Begegnung vorbereitet, aber trotzdem hat es mich schwer erwischt.

ITU-WM ImmenstadtIn Immenstadt wurde die ITU-Weltmeisterschaft der Langdistanz ausgetragen und die Strecke von 4/130/30 passte hervorragend in meine Langzeitplanung. Ich habe eigentlich jedes Jahr meine Distanz gesteigert und so sollte es nach Volksdistanz (2006), Olympische Distanz (2007), Bonn-Distanz (2008) und Ironman 70.3 (2009), diese Jahr also eine weitere Steigerung geben. Und es war eine Steigerung, und was für eine.

4 km Schwimmen. Hört sich erstmal nicht so schlimm an. Aber bei meinen Schwimmleistungen ist das schon mal eine echte Herausforderung. In 01:45 wollte ich das erledigen, und tatsächlich, ich habe es sogar in 01:32 geschafft. Für gute Schwimmer eine Katastrophenzeit, für mich ein Erfolg !!!! Die Strecke erscheint mir endlos lang und wegen der tief stehenden Sonne ist das Ziel nur zur erahnen. Trotzdem nicht verschwommen und den Ausstieg auf Anhieb gefunden. In Ruhe gewechselt und rauf aufs Rad. Im Zentrum von Immenstadt geht es dann sofort den berühmten Kalvarienberg hoch. Auf beiden Seiten stehen zahlreiche Zuschauer, die dich den Berg hoch schreien. Das macht Spaß !!!! Aber das mit dem Spaß relativiert sich später. Die Radstrecke hat viele schnelle Abfahrten, aber leider auch dementsprechend viele Steigungen. Ständig geht es auf und ab. Irgendwann kommt mir mein Trainer entgegen und brüllt mir noch hinterher. Mann, der sieht aber auch alles. Er rast die Abfahrt runter, ich quäle mich den Berg hoch. Nach 130 km geht es endlich in die zweite Wechselzone. 6 Stunden und 49 Minuten bin ich jetzt insgesamt schon unterwegs. Im Zelt kurz hinsetzen und die Laufschuhe anziehen. Mir gegenüber sitzt ein Australier, der nicht mehr weiter will. Aus die Maus. Aber ich muss weiter. Also raus aus dem Zelt und rein ins Stadion. Eine Runde und dann geht es in eine 3 km Schleife in die Immenstadter Innenstadt, danach wieder durch das Stadion und in eine 7 km Schleife in die andere Richtung. Das Ganze einfach dreimal und die 30 wären erledigt. Tja,… Die erste Runde läuft noch wie geplant aber danach wird es schwer. Bei km 14 kann ich nicht mehr. Ich bin total erledigt. Ich zögere es noch etwas hinaus aber schließlich muss ich gehen. So eine Sch… Das musste ich bisher noch nie. Aber ein Blick auf die Uhr sagt mit, dass ich jetzt auch schon fast 8 Stunden unterwegs bin. Junge, junge, bin ich kaputt. Ich fange wieder an zu laufen. Wieder geht es durch das Stadion. Hier kannst du natürlich nicht gehen. Also alle Kräfte noch mal mobilisiert und weiter. In der Stadt ist Gehen auch nicht wirklich schön. Also auch da, kämpfen und durch. Endlich geht es wieder in die andere Richtung. Kein Stadion, keine City, kein Zuschauer, endlich wieder mal gehen. Ich weiß jetzt dass ich die 10 Stunden nicht mehr schaffen kann. Aber ich darf einfach nicht aufgeben und fange wieder mit dem Laufen an. Und wieder kommt das Stadion und wieder kommt die City und wieder laufe ich, obwohl ich nicht mehr laufen will. Und auch nicht mehr kann? Da ist die Grenze, ich kann sie sehen und sie sieht verdammt hässlich aus. Aber ein wenig geht noch und ich erinnere mich an den Song, den mir mein Motivationsguru gestern extra noch vorgespielt hat:

Everybody hurts von R.E.M
Manchmal läuft eben alles schief.
Und jetzt ist es Zeit, darüber zu singen
Wenn sich dein Tag wie eine Nacht anfühlt,
(halte durch, halte durch)
Wenn du das Gefühl hast,
dass Dir alles entgleitet (halte durch)
Wenn du denkst, du hättest genug von diesem Leben,
halte durch.

Endlich im ZielGeiles Lied, und ich sage mir ständig: Hold on, hold on, hold on.
Und ich halte durch. Die letzten Kilometer laufe ich wieder durch und merke, dass ich noch unter 10:15 ankommen kann. Knapp unter 10 Stunden hatte ich eingeplant und in knapp über 10 laufe ich ins Ziel.
10:11:42 steht auf der Uhr als ich total erschöpft über die Ziellinie laufe. Mein Coach, der schon nach 07:21:09 als zweiter seiner Altersklasse ins Ziel gekommen war, steht hinter der Linie und empfängt mich mit Beifall und kalten Getränken. Eine der unzähligen freundlichen Helferinnen umsorgt mich mit nassen Schwämmen und kühlt mich sanft auf Armen, Beinen und Rücken. Herrlich!

Tja, habe ich die Grenze jetzt wirklich gesehen? War dies das Limit? Oder bin ich sogar darüber hinaus gewesen? Geht da noch mehr oder ist hier Schluss?
Eine Antwort kann ich nicht geben. Ich glaube, dass niemand hier eine Antwort hat. Ich weiß nur, dass ich mich einer Grenze genähert habe und in genau diesem Moment gedacht habe, hier ist jetzt Schluss. Und trotzdem ging es weiter.  Und jetzt, zwei Tage später, glaube ich, dass es auch noch weiter geht. Hold on.

TriStar 111

Sonntag, 27. Juni 2010 | 3 Kommentare | Kategorie: Wettkämpfe

Nach diversen Starts geht es jetzt langsam Richtung ITU-WM in Immenstadt. Die Herausforderung auf dieser Strecke (4/130/30) zu bestehen, wird mir langsam aber sicher immer deutlicher. Werde ich es schaffen? Habe ich mir zuviel vorgenommen? Die Zweifel nehmen zu, aber der Optimismus gleichzeitig auch. Maßgeblich dazu beigetragen haben natürlich die zwei Starts unter “tropischen” Bedingungen in Worms und gestern in Oud Gastel.
In Worms fand die erste Ausgabe des TriStar 111 statt. Mit den ungewöhnlichen Streckenlängen (1/100/10) betrat das Orga-Team um Lothar Leder Neuland. Zusammen mit Joachim bin ich bereits am Vortag angereist. Das war sogar Pflicht, denn man musste sein Rad bereits am Samstag einchecken. Alles lief sehr professionell ab. Die Orga war klasse und bei der Pasta-Party auf Pfälzisch klärte Lothar in der Wettkampfbesprechung alle offenen Fragen.
Am Sonntag also früh aus den Federn, denn der Start war für 08:00 Uhr angesetzt. Geschwommen wurde in einem Hafenbecken des Rheins. Neu war auch die Form des Starts. Es gab einen Jagdstart. Alle 2 Sekunden liefen 2 Athleten über die Zeitmatte und in’s Wasser. Für mich war diese Form des Starts genial. Es gab kaum Gedränge und ich konnte schön locker mein Ding schwimmen. Joachim war natürlich etwas anderer Meinung, da er als schneller Schwimmer jede Menge Leute überschwimmen musste und dadurch gebremst wurde. Vom Schwimmausstieg war es dann eine ziemlich lange Strecke bis zur Wechselzone. Aber wer den Bonn-Triathlon organisiert, darf sich darüber sicher nicht beschweren : - )
In der Wechselzone zuerst den Beutel holen, dann im Zelt umziehen und rauf auf’s Rad. Das hatte schon Ironman-Atmosphäre. Überhaupt fühlte man sich immer in einem professionellen Rennen, alles war prima geregelt. Nach einer sehr schönen leicht hügeligen Radstrecke ging es auf den abschliessenden Lauf. 10 km sollten ja kein Problem sein. Aber weit gefehlt. Die extreme Hitze und die 100 km in den Beinen machten das Laufen doch noch zur Qual. Aber wer ein Ironman werden möchte, darf natürlich nicht gehen. Also immer weiter und insgesamt noch mit einer prima Zeit gefinisht. Laufe ich in Bestzeit ca. 45 Minuten auf 10, habe ich es hier immerhin noch in 51 Minuten geschafft. Am Ende kam dann eine Zeit von 04:29:58 raus.
Joachim lag richtig super im Rennen, wurde aber aufgrund eines Problems mit seinen Laufschuhen noch gebremst und verlor 2 Plätze in der AK. Somit kam für ihn ein 4. Platz in der AK raus. Platz 2 wäre drin gewesen, aber es hat nicht sollen sein.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass Worms ein super Wettkampf war, die ungewohnten Distanzen richtig klasse sind (sehr schnelle Regeneration) und ich trotz extremer Hitze durchgehalten habe. So muss das sein.

Tja, und da das mit der Hitze so toll war, kam es gestern in Oud Gastel beim West Brabant Triathlon gleich wieder zu einer solchen Hitzeschlacht. 1/3 Triathlon nennen die Holländer diese Distanz (1300/60/14). Und auch gestern habe ich alles gegeben und der Hitze getrotzt. In 03:29:00 den 1/3 Triathlon, letztes Jahr in Antwerpen den ½ Triathlon in 05:22, also das kann doch noch was werden nächstes Jahr in Zürich.

Aber zuerst muss ich Immenstadt schaffen. Und das wird richtig schwer. 2000 Höhenmeter auf 130 km Radstrecke und dann noch 30 km laufen. Das wird echt der Hammer. Und dass ich vorher noch 4 km schwimmen muss, erleichtert die Sache sicher nicht.

Aber egal.

Immenstadt: Ich komme !!

2010

Mittwoch, 31. März 2010 | Keine Kommentare | Kategorie: Wettkämpfe

Das Jahr fängt gut an. Nachdem ich im Februar und März einen 25er in Holland und einen 10er beim Fliegerhorstlauf in Wahn gelaufen bin, sollte es jetzt beim Freiburg-Marathon zum zweiten Mal über die lange Distanz gehen.
Ich war gut drauf und wollte gerne meine Zeit von Rotterdam unterbieten. 2 Runden rund um und quer durch Freiburg waren zu laufen. Und es lief ….
Eigentlich wollte ich diszipliniert einen 05:30er Schnitt laufen, was Bestzeit bedeutet hätte, aber ich lief natürlich wieder mal zu schnell los. Obwohl, diesmal war das nicht wirklich zu schnell. Es passte einfach alles. Die Stimmung an der Strecke war super und die erste Runde machte echt Spaß. Ich lief einen 05:15er Schnitt und hatte nicht das Gefühl zu schnell zu laufen. In der zweiten Runde finge es leicht an zu regnen und ich wurde vorsichtiger. Das Tempo etwas raus und weiter. So langsam rechnete ich mir eine Zeit unter 03:50 aus, was eine Verbesserung um 10 Minuten gegenüber Rotterdam bedeutet hätte. Und tatsächlich, ich hielt das bis zum Ende durch, lief die letzten beiden Kilometer übervorsichtig um ja nicht einzubrechen. Bei 03:49:05 schlug ich an und war happy. Ziel mehr als erreicht. Jetzt ist etwas Regeneration angesagt. Nächste Woche geht’s für 14 Tage nach Mallorca zum Radeln.
Endlich Radfahren! Endlich Sonne!

6 - x

Montag, 3. August 2009 | 1 Kommentar | Kategorie: Wettkämpfe

Antwerpen Ironman 70.3Die erste Teilnahme an einem Ironman 70.3 und somit auch der erste Start über diese Distanz (1,9/90/21,1) sollte mein Saisonhöhepunkt in diesem Jahr sein.
Start ist erst ab 11:00 Uhr, somit kann ich noch gemütlich zu Hause frühstücken, bevor ich mich auf den Weg nach Antwerpen mache. Da der Coach in Kanada weilt, um dort an den World Police an Fire Games teilzunehmen und die Co-Trainerin gesundheitlich leicht angeschlagen ist, mache ich mich also alleine auf den Weg. Die Wettervorhersage verspricht nichts Gutes. Während es in Zeeland nur leicht tröpfelt, schüttet es in Belgien wie aus Eimern. Das kann ja heiter werden. In Antwerpen angekommen lässt der Regen etwas nach. Ich suche mir einen Parkplatz, ziehe mich um und packe mein Rad aus.
In Antwerpen gibt es 2 Wechselzonen. Die Laufklamotten für die Wechselzone 2 habe ich gestern bereits abgegeben, somit kann ich direkt zur Wechselzone 1 und zum Schwimmstart radeln. Der Check-in geht schnell und die Wechselzone ist übersichtlich aufgebaut. Jeder hat einen festen Platz. Der Regen wird wieder stärker und dazu gesellt sich noch ein kalter Wind. Alle ziehen so schnell wie möglich ihren Neo an, um wenigsten ein wenig geschützt zu sein. Ich überlege, ob ich später mit Regenjacke fahren soll oder nicht. In dem Moment kommt wieder ein Eimer Wasser runter und die Entscheidung ist gefallen. Zum ersten Mal werde ich wohl einen Triathlon mit Regenjacke fahren.
Langsam begeben sich alle zum Start. Die Pro’s starten um 11:00 Uhr, danach die Agegrouper in 6 Wellen. Ich bin in der letzten Welle, werde also wieder mal von hinten starten. Bei meinen Schwimmqualitäten, bedeutet das: Von ganz hinten!
Aber egal. Die Taktik “Einsamer Wolf”, von Co-Trainerin F. vor zwei Jahren “erfunden”, kommt heute wieder zum Tragen. Egal was vor mir passiert, ich mach mein Ding und greife von hinten an.
Mein Ziel heisst heute: 6 - x.
1 Stunde Schwimmen, 3 Stunden Radfahren und 2 Stunden Laufen, macht zusammen 6.
Bei jeder Disziplin gilt es also x Minuten rauszuholen.
Um 11:17 Uhr startet mein Gruppe und, oh Wunder, das Schwimmen funktioniert gut. Ich schwimme ruhig, konzentrier mich auf Christian’s Anweisungen (Kopf tiefer, beim Atmen nur leicht seitlich usw. usw.) und kraule die ganzen 1900 Meter durch. Das ist schon mal der erste Sieg.
Raus aus dem Wasser, rein in’s Wasser. Es regnet weiter gnadenlos und der Wind ist auch nicht wärmer geworden. Auf dem langen Weg durch die Wechselzone wird klar: Regenjacke ist angesagt, vor allem gegen die Kälte.
Und dann endlich meine Lieblingsdisziplin. Trotz Kälte und Regen fühle ich mich von Anfang an wohl auf dem Rad. Ich habe Lust!!! Mache also ordentlich Druck und gebe richtig Gas. Mein Rad läuft super, ich sitze gut, alles passt. Die Strecke läuft durch das Hafengebiet von Antwerpen. Unterwegs laufen viele Eisenbahnschienen quer über die Strecke, die aber alle mit Matten abgedeckt sind. Trotzdem rappelt es ordentlich und links und rechts liegen Flaschen, Riegel, Schläuche und was man sonst noch so verlieren kann. Beim km 28 überholen mich die Pro’s, die da aber schon in der zweiten Runde sind. Mann, sind die schnell. Ich gebe alles aber sie fliegen nur so an mir vorbei. Wahnsinn, was die drauf haben.
Bei km 40 hört der Regen auf und die Strecke trocknet langsam ab. Leider fängt es später wieder an und auf den Gegenwind-Passagen bläst es mir verdammt kalt um die Ohren. Ich freue mich über meine Regenjacke.
Endlich geht es wieder in das Zentrum von Antwerpen. Ich rolle “langsam” aus und fahre in die Wechselzone. Ein Blick auf meine Zeit sagt mir, dass ich schnell unterwegs war und die 3 Stunden um 15 Minuten unterboten habe. Prima. Jetzt noch Laufen.
Junge, das fällt schwer. Nach wenigen Metern biegt man auf den Großen Markt ab. Hier ist auch das Ziel. Der Markt steht voller Zuschauer, die einen begeistert anfeueren. Eine große vollbesetzte Tribüne macht das Ganze komplett. Klasse. Es geht in die erste von 3 Runden. Die Laufstrecke verläuft durch die Antwerpener Innenstadt. Der Regen hört auf und die Sonne kommt zum Vorschein. Die vielen Zuschauer entlang der Strecke entschädigen für die verregnete und einsame Radstrecke. Aber das Laufen fällt trotz den jetzt immer besser werdenden Bedingungen viel schwerer als das Radfahren. Ich bin nun auch schon fast vier Stunden unterwegs und merke dass meine Kräfte schwinden. Aber ich beisse die Zähne zusammen und laufe einfach immer weiter. Jede Runde über den Großen Markt gibt wieder neuen Optimismus. 6 - x ist die Devise und ich spüre, dass es klappen kann. Ich habe keine Ahnung wie schnell oder langsam ich geschwommen bin, weiß aber, dass ich 15 Minten beim Radfahren rausgeholt habe. Und 10-15 Minuten dürften auch beim Schimmen drin gewesen sein. Also auch wenn ich die 2 Stunden beim Laufen nicht unterbiete, kann ich mein Ziel trotzdem erreichen. Aber sicher ist sicher. Nicht nachlassen. Ich motiviere mich dauernd selbst und das klappt auch ziemlich gut. Plötzlich höre ich meinen Namen. Eric vom Herentalse Triathlon Club ist an der Strecke und feuert mich an. Gutes Gefühl.
Die letzte Runde. Jetzt kann nichts mehr schief gehen. Jede Kurve nur noch einmal. Jede Straßenecke nur noch einmal. Und endlich gibt es das letzte von 3 Bändchen. Jetzt nur noch 1 km bis zum Ziel. Ich gebe nochmal richtig Gas und laufe auf den Großen Markt. Die Tribüne klatscht nur für mich, ich reiße die Arme hoch und laufe überglücklich in’s Ziel ein. Hinter der Finishline überreicht mir Marc Herremans persönlich die Medaille. Wer ihn und seine Geschichte kennt, kann sich vorstellen, dass ich darauf besonders stolz bin.

6 - x war die Aufgabe.
05:22:36 ist das Ergebnis.

Ich lese die Zeit auf der Anzeigetafel und kann es zuerst nicht glauben. Ich warte im Ziel bis die vorläufigen Ergebnisse aufgehangen werden und siehe da: Es stimmt.
Schwimmen: 38:37, Radfahren 02:45:23 und Laufen 01:53:53
Damit bin ich tatsächlich in allen drei Disziplinen unter meiner Vorgabe geblieben. Sogar deutlich. Ich bin total begeistert, geniesse noch etwas die Atmosphäre auf den Großen Markt und mache mich dann auf den Weg in die Wechselzone um mein Rad abzuholen. Schnell noch eine SMS an Co-Trainerin und Coach und ab geht’s zurück nach Middelburg.
Mein erster Ironman 70.3 ist Geschichte. Es war anstrengend, aber es war super. Diese Gefühl beim Zieleinlauf ist einfach unbeschreiblich und entschädigt für alles. Im Ziel ist man der Größte und unglaublich stolz auf sich selbst.
In der nächsten Woche schalte ich einen Gang zurück um dann danach wieder in’s Training einzusteigen. In vier Wochen starte ich beim Zwintriathlon in Sluis/Knokke.
Wer rastet, der rostet.

Biene

Montag, 13. Juli 2009 | Keine Kommentare | Kategorie: Allgemein

Ne flotte Biene ist ja eigentlich was Schönes. In diesem Fall ging der Schuß aber leider nach hinten los. Am Wochenende hat mich so eine flotte Biene erwischt.
Während einer nächtlichen Regenerationsphase (mit Salzstangen und Fernseher) schlug sie unbarmherzig zu. Ein plötzlicher Stich und ich stand wie ne eins im Bett. Aber so ein Stich, der bringt einen ja nicht um. Also schnell wieder hingelegt, die letzte Salzstange verdrückt und den Fernseher ausgeschaltet. Nach 2 oder 3 Minuten begann die Verwandlung. Es juckte überall und ich wusste nicht, wo ich mich zuerst kratzen sollte. Gleichzeitig kribbelte es auf einmal in den Händen. Im Spiegel wurde dann das ganze Elend sichtbar. An ganzen Körper Blasen. Mein Gesicht schwoll an, die Lippen wurden taub und ich dachte, was geht den hier für ein Film ab. Die Co-Trainerin schaute sich das Ganze an und erschrak bei meinem Anblick. Also schnell rein in die Klamotten und zur Notaufnahme. Ich dachte nur, hoffentlich schwillt der Hals nicht auch noch an. Das wäre dann nicht mehr lustig.
Im Huisartsenpost von Vlissingen half man mir dann schnell mit einer Spritze, die allerdings nicht gleich in eine Ader gesetzt werden konnte, da keine zu packen war. Alles geschwollen. Mann, so was habe ich noch nicht gesehen. Also irgendwo in den Arm gejagt und feddich. Noch ein Medikament to go und der Patient war geheilt.
Ich darf nicht daran denken, wenn so etwas in the middle of nowhere passiert oder während eines Wettkampfes. Der Arzt sagte, dass die nächste Reaktion auch heftiger ausfallen könne. Na ja, schöne Aussichten. Werde das Ganze im Auge behalten, mal einen Allergietest machen und sehen was man da machen kann.
Ansonsten geht alles seinen Gang. Die Wettkämpfe in Magdeburg, Bonn und Saerbeck liefen alle unterschiedlich, aber alle gut. In Magdeburg war es schweinekalt, in Bonn tierisch heiß und in Saerbeck ideal. Magdeburg lief rund, in Bonn viel das Laufen sehr schwer und in Saerbeck bin ich fast als Letzter aus dem Wasser. Sollte doch mal endlich Schwimmen lernen. Aber Rad und Lauf war dann wieder sehr gut, also besteht noch Hoffnung.
In der Summe läuft die Vorbereitung auf meinen ersten Ironman 70.3 perfekt. Noch drei Wochen bis Antwerpen. Ich kann es kaum noch erwarten.
Schaun wer mal.

42,195 km

Dienstag, 7. April 2009 | Keine Kommentare | Kategorie: Wettkämpfe

rotterdam03:59:20 Ich bin total fertig. Die Beine tun weh und alles andere auch.
Aber von Anfang an. Die Nacht war kurz. Richtig schlafen konnte ich irgendwie nicht. Trotzdem um 06:50 aufstehen, kurz frühstücken und mit dem Auto nach Spijkenisse. Co-Trainerin F. ist mit dabei, also was kann schon schief gehen. Nix!
In Spijkenisse steigen wir in die Metro um und ab nach Rotterdam. Die U-Bahn füllt sich auf jeder Station weiter mit Läufern. Die Spannung steigt. Treffpunkt ist das WTC an dem der Coach, Günter und Hansjörg bereits warten. Nachdem wir herausgefunden haben wo man die Kleiderbeutel loswerden kann, geht es in die unterschiedlichen Startblöcke. Der Coach startet aus Block C, wir anderen in E. Das Wetter entwickelt sich prächtig und es wird langsam wärmer. Günter und ich hatten unsere Taktik vorher ausführlich besprochen. In 05:40 loslaufen und das Ganze bis zum Ziel durchhalten. SUB 4 ist das Ziel. Hansjörg läuft schneller, wird also alleine laufen.
Start! Nur 3 Minuten nach den Topläufern sind auch wir schon auf der Strecke. Der Tross zieht über beide Seiten des Coolsingel Richtung Erasmusbrug. Auch auf der Brücke nutzen wir beide Fahrtrichtungen. Das sieht schon klasse aus. Es sind zwar jede Menge Läufer unterwegs aber durch die breiten Straßen staut es sich nicht und wir können völlig unbedrängt laufen. Das erste km-Schild sehen wir erst bei km 3. Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass wir einen Tick zu schnell sind. Also ein wenig Tempo raus und weiter im 05:40er Schnitt. Alles läuft super. Bei km 10 denke ich noch, das ist ja einfach. Ich spüre meine Beine kaum, es läuft locker und flockig. 5 km später stockt es bei Günter. Sein Knie meldet sich. Sch… Aber weiter geht’s. Was von selber kommt, geht auch von selber. Der Spruch ist natürlich Quatsch und das findet das Knie auch. Bei km 22 schickt Günter mich alleine auf die Reise. Er, oder besser sein Knie, braucht ne Pause. 7 km weiter steigt er dann aus, aber das erfahre ich erst hinterher. Also laufe ich nun alleine weiter und muss es ohne Günters Unterstützung schaffen. Diese verdammten zweistelligen km-Zahlen, die machen mich verrückt. 25, 28, 32… Das hört sich alles so verdammt viel an. Also rechne ich anders. Ab km 23 fange ich an abwärts zu zählen. Noch 9 bis 32. Noch 8 bis 32 usw. usw. Das alles nur, weil ich ab km 32 wieder runter rechnen kann. Nur noch 10,  dann noch 9 bis Ende, noch 8 bis Ende usw. Irre, oder? Diese bescheuerte Rechnerei dient nur einem Zweck: Ablenkung!
Bei km 28 kommt mir der Coach entgegen. Die Strecke kreuzt sich hier, er ist bereits bei km 40, und ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass er unter 3 Stunden bleiben wird. Wahnsinn!!!! Wir feuern uns gegenseitig noch mal an.
Was für ein geiles Gefühl als ich km 32 hinter mir lassen kann. Ab jetzt wird es einstellig und das kann doch nicht mehr so schwer sein. Weit gefehlt. Alle Sprüche über den Marathon, die ich bisher gehört habe, sind tatsächlich war. Der ganze Kram wir erst ab km 35 richtig hart. Und genau dort gibt es eine tolle Verpflegungsstelle mit Musik, Orangen, Bananen und vielen, vielen Zuschauern. Das motiviert noch mal so richtig. Ich laufe aufrecht und gebe alles. Leider ist hinter der nächsten Kurve der Spuk vorbei und die Schultern sacken in sich zusammen. Glücklicherweise aber nur für einen Moment. Ich denke wieder an Maringe. Ihr Kampf ist um soviel härter als meiner. Ich laufe hier auch für sie. Also Zähne zusammenbeißen und durch. Ich kann den Schnitt halten und merke zwischen km 37 und 39 dass jetzt die Entscheidung fällt. Links und rechts neben mir wird gegangen, gelitten und geflucht. Wenn ich jetzt durchhalte dann knacke ich die 4-Stunden Marke. Bei km 40 weiß ich dass ich es schaffe. Noch 2,195 km und ich kann auf jedem Kilometer 20 Sekunden verlieren. Ich ziehe durch und laufe die letzten sogar noch unter 05:40.

zielDer Zieleinlauf ist der Wahnsinn. Da ich genau weiß, dass ich 40 Sekunden Luft habe, kann ich ganz locker einlaufen und es so richtig genießen.
Hinter der Ziellinie tut’s dann richtig weh. Meine Beine, meine Hüfte, eigentlich alles.
Aber zuerst hole ich mir noch den Handschlag von Ahmed Aboutaleb ab, dem neuen Bürgermeister von Rotterdam. Er begrüßt tatsächlich jeden Finisher mit Handschlag. Danach gibt’s die Medaille und die Zielverpflegung, die nicht gerade üppig ist. Aber was soll’s? Das ist mir ziemlich egal. Ich sitze auf einer Bank und möchte irgendwie nicht mehr aufstehen. Da wir uns aber alle um halb vier bei den Kleiderbeuteln treffen wollten, muss ich wohl oder übel weiter und wandere mehr schlecht als recht bis zum „Grafisch Lyceum Rotterdam“. Der Coach und Hansjörg erwarten mich schon und freuen sich über mein Finish. Besonders der Coach ist begeistert, was mich natürlich extrem freut. Schließlich habe ich ihm das Ganze zu verdanken.
Nur von Co-Trainerin F. fehlt jede Spur. 10 Minuten später taucht sie, total enttäuscht, am Treffpunkt auf. Sie stand seit 1,5 Stunden im Zieleinlauf und wollte uns dort bejubeln. Leider hat sie aber keinen von uns erwischt und sie überreicht uns darum jetzt erst die Siegerblumen.

Nach einer kurzen Analyse des Wettkampfes treten wir alle den Heimweg an. Der Coach und Hansjörg Richtung Noordwijk und F. und ich nach Hause. Unterwegs stoppen wir noch beim Lekkerbek in Vrouwenpolder um uns Kibbeling, Picanto und Frietjes zu besorgen. Lekker!!!!

Der Marathon in Rotterdam ist geschafft.
5 Minuten nach dem Zieleinlauf habe ich gedacht, so was machst du nicht noch mal.
Einen Tag nach dem Zieleinlauf dachte ich, so was machst du dieses Jahr nicht noch mal.
Jetzt, zwei Tage nach dem Zieleinlauf, denke ich, na ja, vielleicht im Herbst? ;-)

Fliegen

Montag, 16. März 2009 | Keine Kommentare | Kategorie: Wettkämpfe

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Thorsten war nicht da und Günter mußte kurz vorher absagen. Dienst ist halt Dienst. Und Kaffee und Kuchen gab es dieses Jahr auch nicht. Tja…

Das ist aber schon das einzig negative. Der Fliegerhorstlauf 2009 war ein voller Erfolg.

Claus hatte unsere Startunterlagen bereits abgeholt und somit waren wir als Abordnung des PSV zu dritt unterwegs. Der Trainer lief sich schon warm als Claus und ich noch die taktischen Vorgaben besprachen. Bei mir war’s eindeutig. “Volle Pulle” lautete der Auftrag. Claus hatte es einfacher. Ihm war die Zeit nicht so wichtig, es sollte nur unter 50 Minuten liegen.

Eigentlich hatte ich mit Günter am Vortag alles besprochen. Im 04:30 er Schnitt loslaufen und das bis zum Ziel auch halten um die 45 Minuten Grenze zu knacken. Schön und Gut. Nur war, wie gesagt, Günter nicht dabei und alleine wird das schwer. Wer soll mich denn jetzt am Schluß in’s Ziel ziehen. Aber was soll’s. Es mußte halt auch so gehen.
Und es ging. Tatsächlich bin ich sehr diszipliniert fast durchgehend den 04:30er Schnitt gelaufen um am Ende zum ersten Mal unter 45 Minuten zu finishen.
Total begeistert freute ich mich auf den wohlverdienten Kuchen. Tja, das Ergebnis kennen wir schon. Aber dafür gab’s ein leckeres Erdinger. Auch nicht schlecht.

Am Sonntag ging’s dann weiter. Der Zwinstedenloop in Sluis stand auf dem Programm. Ein Halbmarathon von 21 km Länge. Warum man sich die letzten 100 Meter schenkt, wird mir wohl immer ein Rätsel bleiben. Vielleicht frage ich nächstes Mal einfach mal nach.
Dort hatte ich im letzten Jahr schon eine (für mich) sehr gute Zeit hingelegt und war knapp unter 01:40 geblieben. Ob ich das nochmal toppen konnte? Auch hier war die Vorgabe des Trainers wieder einfach: “Volle Pulle!”

Wenn ich 04:40 durchlaufe würde das Bestzeit bedeuten, also fing ich so mal an. Bei strahlendem Sonnenschein und vielen Zuschauern machte das Rennen auch richtig Spaß. Sluis ist ein malerisches Städtchen und war, auch wegen des verkaufsoffenen Sonntags, voll mit Touristen.

Und es lief perfekt. War ich bei km 10 auch noch 7 Sekunden langsamer als 2008 war ich am Ende doch 01:20 schneller als im Vorjahr. Das viele Lauftraining zahlte sich wirklich aus und die Vorbereitung auf meinen ersten Marathon läuft sehr gut.

Nur fliegen ist schöner ;-)

Rotterdam kann kommen. Ik ben er klaar voor.

Baustelle

Donnerstag, 5. März 2009 | Keine Kommentare | Kategorie: Allgemein, Wettkämpfe

Eine Seite hier, eine Seite da. Nenne ich die Seite Termine oder Saison. Welche Info lege ich nach rechts, wie benenne ich die Kategorien. Der ganze Blog ist eigentlich noch eine Baustelle und das wird wohl auch noch etwas dauern.
Meine Saison 2009 hat still und heimlich auch begonnen. Letzten Sonntag bin ich bei den Ten Miles Oostende-Brugge gestartet. Nachdem ich im Winter für meine Verhältnisse relativ viel gelaufen bin war dieser Lauf der erste von 3 Vorbereitungsläufen für den Rotterdam Marathon im April. Ich hatte mir vorgenommen verhalten zu beginnen und auf den letzten Kilometern mal was drauf zu legen. Eigentlich mache ich immer den Fehler volle Pulle los zu laufen um am Ende einzubrechen.
Hat tatsächlich mal geklappt. Der erste Kilometer war natürlich wieder zu schnell. Dann aber Tempo rausgenommen und wirklich bis Kilometer 10 gleichmässig langsam gelaufen. Da war dann wirklich noch Luft übrig, oh Wunder.
Meine schnellsten Kilometer waren die beiden letzten. Das gab’s noch nie. War echt klasse und machte Lust auf mehr.
Klasse Auftakt und nächste Woche geht’s beim Fliegerhorstlauf in Köln weiter. Das sind dann 10 km. Mal schauen, was ich da ausprobiere. Vielleicht 5 schnell und 5 locker oder 5 langsam und 5 sehr schnell. Mal abwarten was der Trainer sagt.
Claus wird auch dort sein und Thorsten wahrscheinlich auch. Mal sehen. Namensvetter Günter ist auf jeden Fall dabei und nach dem Lauf gibt’s wie immer Kaffee und Kuchen im Offiziersheim. Allein dafür lohnt es sich schon ;-)

Warum?

Dienstag, 3. März 2009 | Keine Kommentare | Kategorie: Allgemein

Warum?
Gute Frage. Oder schlechte Frage. Warum macht man das Eine oder das Andere. Tausend Möglichkeiten, tausend Gründe.
Und verstehen tut’s eh keiner. ;-)

Eigentlich wegen Maringe.

Sie schreibt in ihrem Blog so offen und ehrlich über sich und ihre Situation, dass alles andere zur Nebensache wird.

Das erste Mal

Sonntag, 1. März 2009 | 1 Kommentar | Kategorie: Allgemein

Tja, das erste Mal.
Aufregend, entäuschend, spannend, lustig, verkrampft, genial oder was auch immer.
So ein Blog ist einfach eingerichtet, aber schreiben muß man auch was ;-)


Nächster Wettkampf: 02.10.2010